Europäische Absolventen bitte hinten anstellen

Als Absolvent eines Ingenieurstudienganges schaute ich auf die „Karriere“-Webseite von Airbus um mich über Einstiegsmöglichkeiten zu informieren.

Zunächst wird auf Praktika und Abschlussarbeiten verwiesen, dann „Juniorprogramme“ für Leute die zuvor ein Praktikum bei Airbus absolviert haben.  Weiter unten folgen dann die Absolventenprogramme.

Neben Absolventenprogrammen im nationalen Umfeld (bemerkenswerter Weise sind Deutschland und Frankreich nicht vertreten) findet sich das „International Graduate Programme“ wo man für die Dauer von 2 Jahren um die Welt jettet und verschiedene Bereiche des Konzerns kennenlernt um daran, so die Idee, zu wachsen. Als ich die Details zu diesem Programm geöfnet habe wurde ich baff:

Unter den Bewerbungskriterien heisst es, dass der „ideale Bewerber“ mindestens 5 Jahre ausserhalb Europas studiert oder gearbeitet hat. Nun könnte man meinen, dass dieses Programm eben zielgerichtet für nicht-Europäer erstellt wurde im Sinne die Vielfalt zu fördern. In der Beschreibung des Programms finden sich allerdings keineswegs Hinweise darauf, dass es für Kontinent-Ausländer zielgerichtet wurde geschweige denn dass eine Begründung für den „idealen Bewerber“ geleistet wird.

Airbus

Was ist hier also los: Ein in Europa gegründetes Unternehmen, das von europäischen Ländern gefördert und unterstützt wird, und lange bevor der Modefetisch Vielfalt einzug hielt durch europäische Köpfe zu dem Giganten herangewachsen ist der er heute ist, will im Elite-Absolventenprogramm idealerweise keinen in Europa ausgebildeten Hochschulabsolventen. Welcher bzw. wiviele Europäer haben denn eigentlich mindestens 5 Jahre ausser-europäisch gearbeitet? Fast niemand. Also wirbt Airbus gezielt Menschen an, die keine Staatsbürger europäischer Länder sind. Wieso?

Thesen:

  1. Die Reputation der europäischen Bildungseinrichtungen ist tief gesunken. Sie ist unterhalb jener des Rests der Welt.
  2. Die kulturelle und progressiv kultivierte Selbstverachtung Europas wird offenbar.
  3. Das Ziel, mehr „Vielfalt“ in der Belegschaft zu erreichen ist derart ausgeartet, dass mittlerweile Europäer weniger in Betracht gezogen werden als nicht-Europäer.
  4. Wetten, dass sich die Antidiskriminierungsstelle (die auf ihrem Facebook-Titelbild drei greise Schwule abbildet) einen Dreck hierum schert?